Dienstag, 27. Februar 2018

Wünsche

Manchmal wünsche ich mir dass dieses

"Mach Dir keine Sorgen, alles wird gut"

sich auch wirklich bewahrheitet.

Montag, 5. Februar 2018

Eigentlich geht´s mir doch gut

Jedenfalls habe ich relativ gute Tage hinter mir. Seit meinem letzten Eintrag habe ich


  • - einen Spieleabend mit der besten Freundin hinter mir
  • - meine Meinung gesagt
  • - Nein gesagt (trotz schlechtem Gewissen)
  • - heute Dank einem Facharzt erfahren das meine BWS nicht ganz so kaputt ist wie angenommen
  • - einen Kaffeeklatsch mit Freunden verbracht
  • - eine Whats App von meiner Kollegin bekommen...sie vermisst mich
  • - 2 Liter Krabben frisch vom Kutter gepuhlt und lecker vernascht
  • - einem Obdachlosen 2 Euro gespendet
  • - im Internet herum geblödelt und viel gelacht
  • - einen megageilen Fotojob angeboten bekommen
  • - ein neues Tattoo mit dem Liebsten ausgesucht
  • - eine Überweisung für Fango und Massage bekommen 
  • - viel mit meinen Fellnasen gekuschelt und gespielt
  • - ein Buch zuende gelesen



und zu guter letzt heute einen wunderschönen Spaziergang mit dem Liebsten gemacht. Bei klarer kalter Nordseeluft den Kopf ein bisschen freipusten lassen. Und sogar diesmal MIT Kamera und dem Glück ein paar schöne Fotomomente einfangen zu können.

EIGENTLICH geht es mir gut...wenn da nicht immer wieder die dunklen Momente wären.


  1. - die wo mir nichts Spaß macht 
  2. - die in denen ich traurig bin und nicht weiß warum
  3. - die in denen ich an mir zweifel
  4. - die an denen ich nicht mal mein Spiegelbild sehen mag
  5. - die in denen ich schier verzweifeln möchte
  6. - die in denen ich alleine sein möchte
  7. - die in denen mir einfach alles auf den Nerv geht
  8. - die in denen Menschen mir zuviel sind
  9. - die in denen ich manchmal schweigen muss und nicht sagen darf dass es mir gerade sche*** geht


- die in denen ich vorankommen möchte und doch auf der Stelle trete

Ja ...EIGENTLICH geht es mir gut....ABER....


Donnerstag, 1. Februar 2018

Verhaltenstherapie



Sie hat ein freundliches Lächeln als sie mich aus dem Wartezimmer abholt.
Jung ist sie. Bestimmt 10-15 Jahre jünger als ich.
Aber sehr sympathisch auf den ersten Blick.

"Wie geht es Ihnen"

Gute Frage...ich bin sehr nervös und angespannt. Auch der Druck in meiner Brust wird immer mehr.
Nun sitze ich also bei ihr, von einer Therapie gleich zur Anderen. Ein blödes Gefühl.

"Frau H. aus der Tagesklinik hat mir schon ein wenig von Ihnen berichtet, aber ich würde gerne mehr und intensiver von Ihnen erfahren. Sind sie damit einverstanden ?

Ich nicke stumm.

"Erst einmal stelle ich mich vor damit Sie einen kleinen Eindruck von mir bekommen"

Was sie von sich erzählt klingt nett und wir müssen teilweise sogar ein bisschen lachen. Sie ist genau wie ich vor einigen Jahren zugezogen und fühlt sich aber auch schon als echtes Nordlicht.

Und dann stellt sie ihre Fragen. Einige kann ich ganz leicht beantworten, bei anderen hingegen stammle ich meine Antwort.
Fest hatte ich mir vorgenommen nicht zu Heulen. Das halte ich auch fast eine halbe Stunde durch.
Als sie mir sagt dass ich keinen Grund habe mich zu schämen und ich wirklich schon ein beachtliches Päckchen mit mir herum geschleppt habe die letzten Jahre, brechen endgültig alle Dämme und jede mühsam unterdrückte Träne findet doch noch ihren Weg nach draußen.

Der Druck auf meiner Brust lässt ein wenig nach.
Sie bespricht noch einige organisatorische Dinge mit mir. Arzt, Krankenkasse etc. Was eben wichtig ist. Dann gibt sie mir einen neuen Termin. Nächste Woche. Wieder Donnerstag. Wieder zur selben Uhrzeit.
Wir plaudern noch ganz kurz und ich bin verwirrt und traurig. Traurig dass es überhaupt soweit gekommen ist.
WIE kam es überhaupt soweit.? Wieso komme ich alleine nicht mehr klar ?
Dies alles gilt es heraus zu finden. Es wird kein leichter Weg. Sie möchte eine Verhaltenstherapie mit mir machen.


"Verhaltenstherapie"
Die Verhaltenstherapie geht davon aus , dass psychische Beschwerden das Ergebnis von bewussten und nicht-bewussten Lernprozessen sind. Zu Beginn der Behandlung wird gemeinsam mit dem Patienten erarbeitet , welche Bedingungen seiner Lebensgeschichte und seiner aktuellen Lebenssituation zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Psychischen Symptomatik beigetragen haben und weiter wirksam sind. Auf dieser Grundlage  werden gemeinsame Therapieziele und der Behandlungsplan festgelegt. In der Verhaltenstherapie wird der Patient zur aktiven Veränderung seines Handeln, Denkens und Fühlens motiviert und angeleitet. Dabei werden die bereits vorhandenen Stärken und Fähigkeiten herausgearbeitet und für den Veränderungsprozess nutzbar gemacht. 


Habe ich noch Stärken und Fähigkeiten ? Dessen bin ich mir gerade nimmer so sicher. Freilich , ich kann sehr gut schnacken und Ratschläge geben, nur für mich finde ich aktuell keinen Weg.

Als wir uns verabschieden bin ich ziemlich erledigt und müde. Nutzt aber alles nichts, ich habe mich mit meiner Schwägerin zum Essen verabredet. Wir suchen uns ein kleines uriges Cafe und bestellen uns was Leichtes zu essen. Schön ist es hier, ich fühl mich gerade sehr wohl. Bis der Laden voller wird. Wieder bin ich die Erste die um die Rechnung bittet, damit wir alsbald gehen können.
Das frustriert mich irgendwie.
Trotzdem bummeln wir danach noch kurz durch die Stadt, kaufen uns gemeinsam jeder eine hübsche Bluse und schauen noch schnell im Dampfer Shop rein.
Danach verabschieden wir uns herzlich, mein Neffe wartet auf sie, und ich laufe zum Bahnhof. Ich freue mich auf Zuhause. Mein Zufluchtsort. Da wo ich die Tür schließen kann und für mich bin.

Der Liebste ruft noch kurz von der Arbeit aus an. Ich erzähle ihm in kurzen Worten von meinem Termin. Er sagt er findet es gut dass es weitergeht und ich diesen Weg gegangen bin. Ich muss lernen mehr für mich zu tun, mehr auf mich zu achten, und mich weniger mit den Problemen der anderen zu beschäftigen. Das sagt sich so leicht...irgendwie ist mir das alles abhanden gekommen.

Ich muss nachdenken...viel nachdenken !
Musik an....Welt aus das geht momentan am besten bei dieser Musik.