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Mittwoch, 3. Oktober 2018

Entschleunigt


Sei wie ein Fels,
an dem sich beständigt die Wellen brechen.
Er bleibt stehen,
während sich rings um ihn
die angeschwollenen Gewässer legen.
(Marc Aurel)


Ich bin zurück :) 

Deutlich entschleunigter und doch gestärkter als noch vor ein paar Wochen. 
Eigentlich hatte ich auch den festen Vorsatz euch mit neuen Posts und Fotos zu beglücken...leider spielte da die grottenschlechte und völlig überteuerte W-LAN Verbindung (49 Teuros !) nicht mit. Das Tablett habe ich einmal ausgepackt, und nach dem x-fachten Versuch ins Netz zu kommen, für die restlichen drei Wochen ungenutzt verschwinden lassen. 

Drei Wochen Strand, relativ gute Wetter und leben in einem Schloss. Was meinen Paps dazu veranlasst , mich nun bei jedem Telefonat mit "Hallo Prinzessin" zu begrüßen. Königliche Hoheit wäre auch ok gewesen....aber gut...wir wollen mal nicht kleinlich sein. ;)

Abgesehen von einem super Frühstücks und Abend Buffet , war das Essen ansonsten eben Kantine, die Zimmer klein aber praktisch und schmuck eingerichtet, die Wege im Haus allerdings Olympia verdächtig  lang ! 10 Tsd Schritte pro Tag nur alleine im Haus. ! 

In der ersten Woche hatte ich das Gefühl völlig fehl am Platz zu sein. Egal wie viel Mühe ich mir gab, ich kam einfach nicht an. Die meisten Mahlzeiten schwänzte ich, die meiste Zeit verbrachte ich in meinem Zimmer. Erschreckender Weise bestand der Haufen nämlich auf Ü50 und weit deutlich aufwärts. Irgendwie fühlte es sich für mich falsch an in einer Krebsklinik zu sein. Die erste Woche war mir eigentlich nur nach Weinen, aber Weinen klappte einfach nicht ! 
Das mir angebotene Psychologengespräch lehnte ich ab weil ich dachte es alleine zu schaffen ! Dumm
Am zweiten Tag hatte ich Sporteinweisung. Ich freute mich endlich etwas "Tun" zu können. Hörte sich auch toll an...wurde aber nichts ! Auf Grund meiner Krankheit und vorangegangen Krankheiten durfte ich lediglich 2 Mal die Woche für je 25 Minuten aufs Laufband bei 5 Km/h. Bei meiner ersten Laufrunde versagte ich kläglich und musste nach 14 Minuten schon abbrechen. Ok...nun verstand ich dieses abgespeckte Programm. 
Schwimmen fiel dann leider auch aus, da ich schon wieder Bakterien im Körper hatte. 
Neben dem Laufband kam ich noch zur Hockergruppe und Atemtherapie. Beides leichter aber effektiver Sport. 
Der Rest der Reha bestand aus Entschleunigen, Achtsamkeit, Ernährung und Vorträgen. 

In der zweiten Woche fragte ich kleinlaut bei meinem Arzt ob er mir das angebotene Psychologengespräch doch einrichten könnte. Einen Tag später stand es auf meinem Therapieplan. 
Und es hat mir verdammt gut getan. ! 
Ich muss nicht immer stark sein, 
ich muss nicht immer springen wenn andere es verlangen,
ich muss mehr auf mich selber achten.
Ich darf auch mal Weinen wenn es mir schlecht geht,
ich darf auch mal sagen wenn ich meine Ruhe haben will,
ohne schlechtem Gewissen ! 
Panikattaken lassen sich mit Spaziergängen am Meer bei Wind und Wetter bewältigen.

UND: Ja ich bin stark. Auch wenn ich selber nicht mehr so wirklich an mich glauben wollte ! 

Den Rat meiner Psychologin befolgte ich promt. Ich zog meine Jacke an, lief zur Steilküste, setzte mich auf einen Stein, grübelte, schaute aufs Wasser und heulte das erste Mal seit Wochen wieder ausgiebig und laaaaaange. Und ich hatte das Gefühl alles ausgeheult zu haben was sich wochenlang in mir angestaut hatte. Zum ersten Mal seit Langem hatte ich das Gefühl wieder ein wenig in mir angekommen zu sein.

Seitdem bin ich jeden Tag zum Strand gegangen und aus einem notwendigen Übel wurde immer mehr Spaß. Sogar die Kamera habe ich mitgenommen und 491 Fotos in 2 Wochen geschossen.
Auch zu den anderen Mitpatienten bekam ich so langsam mal einen Draht. 
Ich fing an mich mit mir selber und meiner Krankheit auseinander zu setzen. Negativ sowie auch Positives zu sehen. Und ja auch trotz Krebs gibt es durchaus positive Dinge im Leben.
Negatives wurde verbannt, Facebook für 2 Wochen abgemeldet und auch Telefonate oder Whats App beantwortete ich nur wenn mir danach war. 
Diese Auszeit brauchte ich um die volle Konzentration mal nur auf mich und die Reha zu lenken.
Durch die Vorträge bekamen wir viel nützliches Wissen vermittelt, der Zusammenhalt untereinander wurde stärker und letztlich konnte ich gestern mit einem guten Gefühl heimfahren.

Ich bin noch lange nicht dort angekommen wo ich gerne sein möchte, aber ich bin auf einem guten Weg. Ich habe gelernt dass es Dinge im Leben gibt die wir einfach nicht beeinflussen können, egal wie sehr wir es uns wünschen, aber wir können immer versuchen das Beste aus allem zu machen egal wie schwer es manchmal wird ! 

Es wird einige sehr gravierende Änderungen in meinem Leben geben müssen. Zwangsläufig körperlich bedingt und auch durch die Ärzte angeordnet...aber ich bin jetzt an dem Punkt wo ich sagen kann es wird nicht schlechter sondern eben nur anders. Und vielleicht sogar reizvoller und mit neuen Chancen gespickt. Ich bin gespannt / entspannt ! 

Freitag, 7. September 2018

Zeitraffer II

Donnerstagnachmittag werde ich an Tag 38 also ENDLICH entlassen.

Daheim angekommen fühlt sich alles so anders an. Mit der Wunddrainage im Körper kann ich mich nicht bewegen wie ich gerne möchte. Selbst unser Ehebett ist nun anders. Wir mussten die Bettseiten tauschen da ich mit dem künstlichen Blasenausgang nimmer auf der rechten Seite schlafen kann. Alles so Dinge die uns vorher nicht bewusst waren. Unser Leben / mein Leben ist in einigen Bereichen nun doch anders geworden und ich muss mich erst einmal rein finden. 
Bei den kleinsten Anstrengungen merke ich sofort dass ich völlig konditionslos bin. Zudem bin ich von 0 auf 100 in die Wechseljahre gekommen weil sie mir während der OP nun doch alles entnehmen mussten was Hormone produziert. 
Dieses von 0 auf 100 setzt mir ebenfalls ganz gut zu. In einem Moment habe ich Winter und im nächsten Hochsommer. 

Mein Körpergefühl passt zu meiner mentalen Stimmung. Mal so mal so ! 

Freitags telefoniere ich mit dem Urologen in der Nachbarstadt. Es geht um die Wunddrainage, die muss ja irgendwann mal raus. Zudem brauche ich eine neue Krankmeldung. 
Also nein, Drainage und AU dafür seien sie nicht zuständig , dazu müsse ich zum Hausarzt. 
So mache ich nur fix einen Termin für die Wundkontrolle und danach fährt der Liebste mich zur Hausärztin. Ne, also Wunddrainage ist nicht deren Gebiet, sollte damit was sein muss ich wieder in die Klinik. Ich bin genervt von diesem Hin und Her ! 
Immerhin bekomme ich noch etwas Kochsalzlösung und Spritzen mit und kann somit im Notfall auch selber die Drainage anspülen. Wundverband und Desinfektion für den Verbandwechsel , den muss ich nämlich auch selber machen, auch dafür fühlt sich keiner zuständig. !

Den Rest des Tages sowie das Wochenende verbringe ich auf der Couch, umringt von drei Plüschpopos die mich sehr vermisst haben müssen, so kuschelbedüftig ist die Bande. 

Sonntag lässt mich die Drainage trotz mehrmaligem Anspülen im Stich und bleibt trocken. Da ich aber relativ beschwerdefrei bin, versuche ich erst einmal nicht in Panik zu verfallen. 

Montag soll ich zum Urologen. Wundkontrolle. Alles was ihn interessiert sind lediglich meine Nieren. Die sind aber sauber und arbeiten hervorragend. Freitag soll ich wiederkommen, zur Wunddrainage äußert er sich nicht wirklich. Ich soll halt nochmal den Beutel wechseln und neu anspülen.

Danach bummeln der Liebste und ich durch die Stadt. Alles ganz gemächlich und im Schneckentempo. Ich brauche dringend Sporthosen. Durch den künstlichen Blasenausgang und meine 20 cm Narbe quer durch die Bauchdecke, kann ich mich nun zukünftig von meinen geliebten Jeans verabschieden. Es ist wie es ist. 
Zum Optiker müssen wir auch noch, irgendwie kann ich immer schlechter sehen, und nach dem Sehtest wird uns dann auch schnell klar das ich eine neue Brille brauche. Danach gönnen wir uns noch ein leckeres Kaffeetrinken im Cafe am Marktplatz und dann muss ich heim, ab auf die Couch, ich bin so richtig platt. 

Dienstag befolge ich den Rat meines Urologen. Drainage neu anspritzen. 50 ml Kochsalzlösung. Es fließt in meinen Körper aber nimmer raus. Shit !  2 Stunden später bekomme ich Schmerzen und ach verdammt: Fieber ! Trotzdem bleibe ich erst einmal relativ ruhig. 
Die Nacht aber ist die Hölle, Schmerzen und Fieber und ich habe ein Déjà-vu und ausgeprägte Panikattaken.

Mittwoch lässt es sich nicht mehr aushalten, ich packe meine Notfalltasche und wir fahren in die Klinik. Ich bin relativ schnell dran und werde von dem Arzt behandelt der mich auch mit operierte. Er nimmt sich alle Zeit, macht einen ausführlichen Ultraschall und beruhigt mich: Flüssigkeit kann er keine sehen, er zieht also die Drainage raus, woher die Schmerzen kommen kann er sich aber auch nicht erklären. Wir plaudern ein wenig nebenbei und er fragt wie ich die Tage daheim verbracht habe. Ich erzähle ihm von den Arztbesuchen und dem Stadtbummel. 
Hätte ich man lieber die Klappe gehalten....
Denn dann bekomme ich einen verbalen Einlauf von ihm der sich gewaschen hat.
Ob mir eigentlich bewusst sei wie krank ich wäre, dass ich eine der schlimmsten urologischen Operationen hinter mir hätte die es wohl gibt. Ob mir nicht klar wäre dass ich mich schonen soll / muss. 
Ich bin ein wenig angepickt und reagiere auch dementsprechend leicht gereizt. Wenn die Physio mich im Krankenhaus schon über die Flure scheucht und mich Treppen laufen lässt und mich dazu verdonnert mich viel zu bewegen, dann werde ich ja wohl auch einen kleinen Bummel im Schneckentempo machen dürfen. 
Er ist sichtlich entgeistert und sagt mir wenn er das mitbekommen hätte dann hätte er mir und der Physio die Ohren lang gezogen.
Treppen sind für mich die nächsten Wochen absolut verboten. Kleine leichte Spaziergänge sind erlaubt, aber keine Shoppingtouren mit Treppen laufen und hier und da mal bücken. Viel liegen , wenig sitzen. Ebenso darf ich nicht über allerhöchstens 5 KG heben. (Ups...Der Kater wiegt ja schon 7 KG) Er sagt für mich sind die nächsten Monate Schonung angesagt und ich solle mich darauf einstellen dass es eine Heilphase zwischen 6 - 9 Monate bedarf. Ich habe 30 offene Wundstellen in meinem Unterleib die erst einmal gescheit verheilen müssen. Mein überwiegender Aufenthaltsort soll in der nächsten Zeit die Couch sein. 

"Schalten sie endlich mal runter Frau Deichkind !"
Mit diesen Worten entlässt er mich !

Daheim packe ich mich auf die Couch, Fieber und Schmerzen sind meine Begleiter. Mal mehr mal weniger. Am nächsten Tag wissen wir endlich warum. Die haben auch am Darm operiert und dieser spielt mal wieder Diva und hat sich entzündet. Also Diät und Schmerzmittel. Ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll. Trotz allem bin ich doch erleichtert dass es diesmal nicht von der Drainage kam. Freitag hat der Urologe nochmals ein Blutbild gemacht, sämtliche Werte sind wieder einmal durcheinander und keiner so wie er sein soll. Letzten Montag erneute Kontrolle. Die Schmerzen werden aber endlich besser und auch die Diva scheint sich endlich zu beruhigen. 
Kommenden Montag nochmals Ultraschall und Blutkontrolle und am Dienstag fahre ich nun doch zur Reha. 

Um es mit Gaby Kösters Worten zu beschreiben:

"Ein Schnupfen hätte auch gereicht"

Donnerstag, 6. September 2018

Zeitraffer I

Ja ich lebe noch....wenn auch manchmal mit dem Kopf unterm Arm...aber immerhin....LEBEN !

Die letzten Wochen war ich nicht fähig längere Zeit sitzen zu können, und auch jetzt klappt es nur mit einem dicken Kissen unterm Hintern und in einer Sitzposition in der gesunde Menschen morgen spätestens komplizierte Verschlingungen des Darm Traktes und Muskelkater in sämtlichen Bein und Po Regionen hätten ;) 
Aber ich möchte gerne mal wieder ein wenig meines Alltags zurück, dazu gehört für mich auch gemütlich mit einem Kaffee am PC zu sitzen und durchs Internet zu surfen und unsinnige Posts zu posten ;) 

Zeitraffer der letzten Wochen...kurz und bündig...

Die erste Woche:
Man lässt mich anderthalb Tage nach der 8 Stunden OP in Narkose vor mich hin schlafen. Ich bekomme nichts mit - worüber ich auch gar nicht böse bin.
Beim Aufwachen habe ich das Bedürfnis jeden zu töten der mir in mein Blickfeld läuft, denn ich habe diesen verdammten Tubus noch im Hals und jede Menge Panik im Blut. Jetzt weiß ich wie sich Ersticken anfühlen muss ! 2 Minuten später bin ich das Ding zum Glück los. Überall hängen Schläuche und das Piepen der Maschinen macht mich fast verrückt. Immerhin...die Medikamente sind so stark dass ich zwischendurch die lustigsten Dinge  in meinem Kopfkino erlebe und dem Liebsten überzeugt erkläre dass man auf dem Überwachungsmonitor auch Netflix sehen könne. Er soll mir das doch bitte mal einstellen. ... ! 
6 Tage umher liegen, zwischendurch gewaschen werden, irgendwer stellt mir immer mal eine Suppe oder Tee in der Schnabeltasse hin und in hübscher Regelmäßigkeit werden meine Medikamente erneuert. Am dritten Tag versucht man mich zu mobilisieren. Man setzt mich auf einen Toilettenstuhl (andere gab es wohl nicht ?) und ich soll mich ein bisschen bewegen. Füße wackeln und son Gedöns.  Das Letzte was ich mitbekam: So ein Fußboden kann sehr schnell sehr nah kommen...und vier Menschen bedarf es mich wieder mit sämtlichen Kabeln und Schläuchen ins Bett zu befördern. Den Tag über bin ich im Eimer als wäre ich einen Marathon gelaufen. Danach wird es aber von Tag zu Tag besser.


Die zweite Woche:
Man verlegt mich Dienstags auf die Normalstation. "Ach...eigentlich ist die ja schon ganz fit...die kann auch selber ins Bad gehen." Das Letzte was ich mitbekam: So ein Fußboden kann sehr schnell sehr nah kommen. Aber immerhin schaffe ich es diesmal alleine ins Bett. Nach ein paar Tagen wird es besser.


Die dritte Woche:
Man entlässt mich urplötzlich Montagabend. Wacken steht an und man braucht ja schließlich genug Betten für die ganzen Honks , die sich bei 40°C die Birne mit Alk dicht kloppen, und sich dann wundern wenn man umfällt. So entlässt man mich also mit einer Drainage die bis dato täglich 500 ml Wundwasser aus meinem Körper Inneren fördert. 
Donnerstags soll ich wieder einrücken, schließlich müssen die Harnleiterschienen noch gezogen werden. Freitags stellt man fest dass ich eine Flüssigkeit im Bauchraum habe, also fällt das Ziehen aus. Aus der Wunddrainage kam schon seit Montagnacht nichts mehr raus, die Ärzte gingen davon aus dass es dann eben kein Wundwasser mehr gibt. Die Drainage bleibt trotzdem noch drin. Freitagabend schickt man mich abermals nach Hause. Sonntags muss ich wieder einrücken.


Die vierte Woche:
Montag, die ursprünglich gedachte Flüssigkeit im Bauchraum entpuppt sich als Fehlalarm, die erste von zwei Schienen wird nun doch gezogen. Die Wunddrainage ist trocken...da kommt nichts mehr raus, die soll auch am nächsten Tag gezogen werden sollte das alles gut sein, dürfte ich Mittwoch endgültig nach Hause. Ich bin skeptisch ! Mit Recht wie sich rausstellt !
Dienstagmorgen wird die zweite Schiene und die Wunddrainage gezogen. Eine Stunde später liege ich mit zwei Decken dick eingemummelt bei 40°C mit Schüttelfrost im Bett und habe Schmerzen wie ein angeschossenes Schwein. Eine Stunde später sind Außentemperatur und meine Körpertemperatur identisch. 
Röntgen - nichts zu sehen. Man ballert mich mit Medikamente zu. Nichts nutzt. Die Nacht ist die Hölle. Ich habe Schmerzen, weine, verzweifel und hasse die ganze Welt und meinen Körper und dieses beschi*** Schalentier ! 
Am nächsten Tag CT. Und dann kam es knüppeldicke. Die erste Drainage hatte sich verstopft und das Wundwasser sich einen neuen Platz gesucht. Unterhalb der einstigen Drainage hatte sich ein neuer See gebildet der auch noch Pilz belastet war. Eine Sepsis. Herzlichen Glückwunsch auch ! 
Bei vollem Bewusstsein jagt man mir eine neue Drainage in den entzündeten Körper. Wieder einmal habe ich das Bedürfnis alle zu töten die daran beteiligt sind und diese Schlamperei mit verantwortet haben. Ich war von Anfang an skeptisch dass die Drainage von 500 ml täglich plötzlich bei 0 ml sein sollte ! Aber was weiß ich denn schon....
Also wieder neue Medikamente, wieder Antibiotikum, wieder fühle ich mich wie dreimal überfahren. Die restliche Woche dämmere ich nur noch vor mich hin, ich mag nichts mehr essen, nicht telefonieren, keinen außer dem Liebsten sehen.
Meine Blutwerte sind so im Eimer dass man überlegt mich wieder auf die Intensiv zu verlegen ! Aber ich weigere mich ! Bitte nicht nochmal ! Das muss auch so wieder gut werden !
Ich habe schlichtweg einfach keine Lust mehr, mental bin ich absolut am Tiefpunkt. Fi*** Dich doch Schalentier ! Ein Schnupfen hätte auch gereicht !


Die fünfte Woche:
Langsam zeigen auch die Medikamente endlich ihre Wirkung. Ich fange wieder an zu essen und kann mich auch selber wieder bewegen und die Station vorsichtig unsicher machen. Lange Strecken schaffe ich nur mit dem Rolli wenn der Liebste mich schiebt. Mitte der Woche hat sich mein HB Wert aber so verschlechtert dass man überlegt mir Bluttransfusionen zu verabreichen. Begeistert bin ich nicht davon. !
Die Drainage fördert kontinuierlich ihre 200 - 300 ml pro Tag und die restlichen Blutwerte normalisieren sich zum Glück allmählich ! 
90-60-90 sind ja eigentlich die Traummaße einer Frau...es sei denn, es handelt sich dabei um Blutdruck und Puls. ! Aus 90-60-90 werden dann sogar noch 70-50- Ruhepuls120. Irgendwas läuft schief, aber kein Mensch kommt darauf. Somit brauchen wir nicht mal ansatzweise über eine Entlassung nachdenken ! 


Die sechste Woche:
Ich bin so richtig angefressen....eigentlich waren Anfangs 2-3 Wochen angedacht, aber ich verbringe noch immer den Sommer in der Klinik. Der Blutdruck ist tagelang absolut im Keller und mir geht es hundeelend. Der HB Wert ist auf 8 gesunken. 12 wären normal. Die Ärzte sind ratlos und ich gefrustet ! Bis die super nette Krankenschwester mir einen Tip gibt. 
Von jetzt auf gleich schmeiße ich mein Oxycodon in die Ecke. BTM ! 
Und auch auf eigene Faust reduziere ich die anderen zusätzlichen Schmerzmittel. Die Schmerzen halten sich trotzdem im Rahmen und wenn es zu arg wird pfeife ich mir halt auf Bedarf etwas ein. Tag für Tag geht es mir endlich besser. Der HB Wert steigt immerhin bis zum Entlassungstag wieder auf 11 und der Blutdruck kommt langsam aber sicher wieder in die normalen Werte, der Puls wird wieder normal und ich fühle mich fast wieder wie ein Mensch. Ich brauche keinen Rolli mehr und der Kaffee schmeckt auch endlich wieder ! 

An Tag 38 darf ich ENDLICH nach Hause. !
Meine Nerven sind im Eimer, ich fühle mich noch leicht überfahren und meine einstige Stärke ist ein wenig arg geschrumpft. Ich möchte einfach nur heim, wieder gesund werden und mein Leben zurück haben.

Aber gesund sieht anders aus...


to be continued

Dienstag, 17. Juli 2018

Die Reise geht los

Foto©https://deichkindsreallife.blogspot.com/

Ich sitze zum vorerst letzten Mal am Wasser.
Stecke die Füße hinein, 
höre den Möwen zu,
lasse die Gedanken kreisen,
atme ein, atme aus 
und schmecke den salzigen Wind auf meinen Lippen.

Bitte lass alles gut werden ! 

Leise rollen Tränen über mein Gesicht 
und ich fühle mich zerrissen, 
schwach und zugleich so hoffnungsvoll !

Ich will das mein Liebster sein Lachen wiederfindet,
will erleben wie seine Sorgenfalten verschwinden,
will das meine Eltern sich nicht mehr um ihr Kind sorgen müssen,
will erleben wie mein Kind seinen Weg findet,
will doch nur noch Zeit haben....

Zeit zum Leben !

Will bald wieder hier sitzen und die Füße ins Meer stecken,
den Wind auf meinen Lippen spüren.
Das Salz schmecken....dass vom Meer, 
und nicht das meiner Tränen.

Ich habe Angst vor dem was nun kommt.
Der letzte Koffer ist gepackt, 
alles ist bereit.
Morgen früh geht die Reise los.
Mit wahnsinnig viel Hoffnung im Gepäck.


Freitag, 13. Juli 2018

Der Kaffee schmeckt heute nicht

Aufzuwachen und sich zu fragen ob man noch schläft oder wach ist , wer kennt es nicht.

Aber aufzuwachen und sich zu fragen ob man noch lebt oder vielleicht doch schon tot ist,
ein echt richtig beschissenes Gefühl :( Ich bin gerädert. Schlaf ohne Erholung. Heute bin ich wackelig. Der Kaffee schmeckt mir nicht und irgendwie störe ich mich gerade selber. 

Die Nacht war sehr unruhig. Vielleicht lag es auch an so vielen Dingen die mich gerade beschäftigen.
Gestern Abend musste der Liebste mit seinem Chef telefonieren. Ich darf im Moment nicht alleine bleiben da wir nie wissen wann es wieder kritisch wird und ich somit umgehend in die Klinik muss. (Einzelheiten dazu erspare ich euch weil - nicht schön - nicht appetitlich . Punkt

Als er mit den ersten Sätzen erzählt was gerade Phase ist kribbelt es schon leicht in meinem Magen.
Als ich ihn dann aber sagen höre:
"Stell Dir das Schlimmste vor und pack noch eine Schippe drauf" brechen meine Dämme.
Denn mein sonst so taffer und stabiler Liebster hat eine ebenso große Angst wie ich. Alleine seine Tonart während er telefoniert bringt mein Herz zum Beben. Ich kann ihm diese Angst nicht nehmen :(
Und ehe ich mich versehe gehen meine Schleusen auf und ich muss mal eine Runde fürchterlich abheulen. Aber nur kurz, dann habe ich mich wieder gefasst. Nase putzen, Krone richten, Kopf hoch - weiter geht es. 

Ich hab im Leben nicht so arg viel erreicht. Ich war aus der Kategorie : Kind zu verschenken, wenn mein Sohn nur annähernd so schlimm gewesen wäre wie ich, hätte ich ihm die Hammelbeine lang gezogen. Aber sowas von !
Ich bin nur gelernte Einzelhandelskauffrau und habe weder ein Haus gebaut noch mehr als ein Kind lebend bekommen. Ich fluche, benutze böse Wörter, streite auch gerne mal aus Lust und Langeweile, vertrage mich aber genauso gerne wenn ich mit jemanden im Klintsch liege. Schminken finde ich ok, reicht aber wenn es nur zu besonderen Anlässen ist. Klamotten müssen adrett aber bequem sein, Schuhe besitze ich nur wenige und die sind meist sportlich und Handtaschen finde ich absolut grauenvoll. Dafür habe ich einen Nagellacktick und meine Fingernägel mache ich seit geraumer Zeit dezent selber. Ich bin vernarrt in meinen Liebsten und meinen Sohn und meine 3 Plüschpopos, liebe gute Musik von A-Z, und gegen gutes Essen, vor allem Richtung Fleisch, habe ich leider niemals etwas einzuwenden.  Zudem finde ich das Gemüse und Pommes eigentlich nur zu Dekozwecken dienen. 

Alles in allem bin ich zwar eine Frau, aber keine Püppi 
und in erster Linie bin ich MENSCH.

Aber hey....ich bin seit 3 Jahren Admine einer Facebookgruppe unseres schönen Kreises ;) 
Immerhin.... :) 

Zurück zum Thema.
In der besagten Gruppe ist mir auf Grund der letzten Wochen einfach schlichtweg entgangen das unser Titelbild immer noch ein Winterbild mit Schnee und Eis ist. Mitglieder die hinzugefügt werden wollten, mussten leider sehr lange auf eine Bestätigung warten, und generell habe ich mich dort sehr rar gemacht. Nachdem gestern dann mal eine "Beschwerde" in mein Postfach flatterte, sah ich mich genötigt eine kleine Stellungnahme zu schreiben. 
Ich habe nicht geschrieben was genau los ist, nur eben dass ich derzeit eben gesundheitlich verhindert bin, mir ein 3 wöchiger Krankenhausaufenthalt bevorsteht, danach die Reha, und einige Dinge einfach eben länger brauchen.  Sie möchten bitte ein bisschen nachsichtig sein. Viele gute Wünsche erreichten mich und durchweg nur Verständnis. Die Menschen die über die Diagnose Bescheid wissen, schrieben sehr herzliche Sätze aus denen hervorgeht dass es sich eben nicht nur um einen Schnupfen handelt. (obwohl mir dieser eindeutig lieber gewesen wäre)
Einige Reaktionen in mein Postfach haben mich aber auch erschüttert.

MH schrieb mir, sie sei letzte Woche im Krankenhaus gewesen. Brustkrebs mit 49. F**k Dich Krebs. Es ist so ungerecht ! Bisher sagen die Ärzte dass sie mit einer Strahlentherapie davon käme. Sie kämpft und hofft. Ich kann ihr gerade so arg nachempfinden. 

MB schrieb mir...wenn wir irgendwas bräuchten sollen wir uns bitte melden. Egal ob es wegen der Plüschpopos sei, oder weil wir jemand zum Reden bräuchten. Wir alle zusammen haben gerade ihre beste Freundin beerdigt und trotzdem hat sie die Kraft für uns da zu sein. Welch eine Größe !

Und da kommen wir zu dem Punkt der mich auf der einen Seite sehr wütend macht aber dennoch auch einfach nur schmerzt.
In dieser besagten Gruppe ist auch meine ehemals beste Freundin. Ich habe zwar viele Bekannte, aber zu wirklichen Freunden zählte ich nur A. und Caro. Caro ist seit der Diagnose (und auch vorher schon) immer für mich da, wir lachen und weinen gemeinsam, sind eben füreinander da wie es unter Freunden auch sein sollte.

A. lernte ich vor einigen Jahren kennen. Wir hatten die selben Ansichten was Familie, Kinder und generell das Leben betrifft. Wir hatten die selben Ansichten was Ehrlichkeit, Vertrauen und Loyalität betrifft. Wenn es einer von uns schlecht ging war die andere sofort zur Stelle. Über viele Jahre hinweg. Wir feierten manch feuchtfröhliche Party und telefonierten miteinander und trafen uns oft und sehr regelmäßig. Caro war mit im Boot, und wir waren ein wunderbares Dreiergespann und auch der Rest unserer Familien verstand sich perfekt miteinander.
Bis letztes Jahr.
Ich weiß bis heute nicht was A. so veränderte. Ihr Partner wurde krank, seine Firma ging in Insolvenz, und wer Kinder hat weiß wie teuer ein Leben sein kann. Caro und ich haben nicht eine Sekunde drüber nachgedacht und einfach geholfen. Finanziell und materiell und auch emotional. Viele Stunden und Wochen haben wir sie getröstet, Tränen getrocknet, und gemeinsam versucht zu helfen so gut es ging. So ist das eben unter Freunden. Dachten wir !

Dann kam mein Herzinfarkt und ein paar Wochen darauf der Tot meines Schwagers. Die eigenen Prioritäten im Leben verschieben sich nach solchen Ereignissen.
Wir trafen uns nicht mehr so oft, denn man merkte das A. mit dem Thema Tod , Trauer und Krankheit nicht umgehen konnte. Mir war zu diesem Zeitpunkt dann auch nicht mehr nach Feiern und Trinken und Jubeln, zumal ich böse am Verdrängen litt. Alles was ich bis dahin auf die Seite lächelte, holte mich mit einem Schlag ein, ich verfiel in eine böse Depression und kämpfte mit Panikattacken und meiner täglichen Angst. Mein Leben bestand eine Weile aus Tagesklinik und daheim sein. Mehr war mir nicht möglich. Zudem steht meine Familie an oberster Stelle in meinem Leben, und die brauchte mich , genauso wie ich sie brauchte. Da war nicht mehr viel Zeit für andere Dinge.

Also grenzte A mich immer mehr aus, rief nimmer an, kam nicht mehr vorbei und zog sich von mir immer mehr zurück und traf sich nur noch mit Caro. Aber auch bei Caro spielt das Leben oft derbe Streiche und auch sie hat ihr Päckchen mit sich zu tragen. Und so erging es Caro dann letztendlich wie mir. Sie stand plötzlich ohne A. da. Von der einstigen Hilfe kam nichts zurück. Wir standen beide vor einem riesen Fragezeichen. Trotz mehrfacher Nachfrage was los sein, sie könne mit uns reden, so wie wir es immer getan hatten, kam einfach schlichtweg nichts mehr ! Pure Ignoranz. Wir haben irgendwann aufgehört uns zu bemühen und gedacht es renkt sich wieder ein. Vielleicht braucht auch alles nur seine Zeit.

Nun lag ich vor 4 Wochen das erste Mal im Krankenhaus. In meinen WhatsApp Status postete ich ganz bewusst mein Krankenhausbändchen und schrieb:
Ich könnte jetzt mal etwas Halt gebrauchen. (Ja ich weiß...Männer werden an dieser Stelle vermutlich den Kopf schütteln, Frauen sind halt manchmal merkwürdig ;) )
Aber ich machte dies ganz bewusst. Und dann passierte genau das was ich mir gewünscht hatte.
A. schrieb mir und fragte was los sei. Ich schrieb ihr in kurzen Sätzen von dem kleinen Scheisser. Wir schrieben ein wenig hin und her und zum Abschluss schrieb ich noch dass ich sie vermisse und mich gerne nach der Klinik auf einen Kaffee mit ihr treffen wollte. Ja das würden wir unbedingt machen schrieb sie mir zurück.
Das war das Letze was ich von ihr las.

A. ist auch in dieser Gruppe...A. ist dauerhaft online und hat immer das Handy in der Hand, also hat A. auch diesen Text gelesen, die Reaktionen gesehen. Sie weiß also dass es wohl etwas ernster bei mir ist. Trotzdem hat sie sich nicht gemeldet.
Nicht einmal kam in den letzen Wochen wenigstens mal die Frage wie es mir geht. Ob ich alles gut überstanden hab. Einmal die Woche kommt sie auf unseren Hof, leiht sich unseren Hänger aus, bringt die Zeitung, und dann den Hänger wieder zurück. Nicht einmal hat sie geklingelt wenn unser Auto auf dem Hof stand. Nicht einmal haben wir Kaffee getrunken und uns vielleicht mal ausgesprochen. Es ist gerade als hätte es sie nie gegeben :(
Und es fühlt sich Scheiße an !

Liebe A. : ich vermisse Dich. !  --- ich vermisste Dich ! 
aber in erster Linie bin ich MENSCH !

Ich werde Dir nicht mehr hinterherlaufen - aber verstehen kann ich Dich auch nicht mehr. Du bist mir fremd geworden.

Mein Kaffee schmeckt mir nicht---und eigentlich könnte ich gerne nochmal zu Bett gehen. Decke über den Kopf, Gedanken abschalten.

Donnerstag, 12. Juli 2018

MUSS ich mal aufgreifen



In meiner Leseliste findet ihr den Link zum Soulweeper.
Er hat vor Kurzem einen so tollen Beitrag gepostet der mir einfach keine Ruhe lässt und den ich hier nochmal aufgreifen möchte.  Vom Gänseblümchen .

Seit letztem Jahr weiß ich mehr denn je was es bedeutet da zu sein, zueinander zu stehen, in guten wie in schlechten Zeiten. In Freude, Leid und Schmerz.
Wir hatten letztes Jahr einen Trauerfall in der Familie. Elendes Sterben über acht Wochen hinweg. Mein Schwager. Viel zu jung und ein herber Verlust für die ganze Familie. Meine Schwägerin stand plötzlich alleine mit einem autistischem Kind. Kaum war mein Schwager unter der Erde kümmerte sich niemand aus der Familie um meine Schwägerin. Widerliches Verhalten. 
Es kamen Hochzeitstag, Weihnachten, Silvester und Ostern. Es kamen Trauer, Krankheiten, Sorge um den Sohn, finanzielle Sorgen und sonstige übliche Probleme. 
Was aber nicht kam war Hilfe. 
Kein: "Wie geht es euch. ?" 
Kein: "Kann ich euch helfen. ?" 
Versprochen haben sie es alle, gehalten hat es keiner. 
Dabei hat sie nicht viel verlangt, hat nie geklagt. 
Ein einfaches "hey ich komm mal zum Kaffee und Reden vorbei". 
Mehr hat sie gar nicht gewollt - es hätte ihr vielleicht ein paar Tränen und Einsamkeit und das Gefühl von Alleine sein ersparen können. 
Geblieben sind nur wir von der Familie. 
Sie, ihr Sohn, der Liebste und ich. 
Eine Einheit die sich gegenseitig Halt gibt.
Auch jetzt ! 


Und auch jetzt wieder das beste Beispiel.
Ich werde oft gefragt wie ich meinen Humor behalten kann, wieso ich so ruhig und gelassen bin.
Soll ich euch mal was verraten ?
Mir geht der Arsch verdammt arg auf Grundeis, und in Wirklichkeit bin ich oft kurz vorm "Keine-Luft-mehr-bekommen", auch meine Nächte sind beschissen und eigentlich finde ich das alles so RICHTIG zum Kotzen ! 
Aber dann sind da Menschen die mich auffangen, die für mich da sind, die sich einfach ins Auto setzen, mit mir einen Kaffee trinken, mich in den Arm nehmen und mir mein Lachen zurück bringen.
Da sind gerade Menschen die mich spontan anrufen:
"Ich bin auf Deiner Ecke, lass uns was Essen gehen"
"Ich komme nach Feierabend auf einen Kaffee vorbei" (Ja ich bin ein Kaffeejunkie ;) )
"Ich komm Dich im Krankenhaus besuchen, dann mischen wir die Bude auf"

DAS ist Hilfe. Es kostet nicht wirklich etwas, es kostet vielleicht ein wenig Zeit. Aber mehr auch nicht. Aber diese Zeit ist so unglaublich wertvoll und hilfreich. Nehmt sie euch. Und wenn es nur für 10 Minuten sind. Ehrliche Worte, ehrliche Wertschätzung sind manchmal der beste Therapeut und die gesündeste Medizin.


Persönliche Randnotiz:
In diesem Sinne liebe A. Danke für viele schöne Jahre. Eine Freundschaft besteht aus 
Geben und Nehmen und nicht Nehmen und Gehen ! 
Schon gar nicht wenn man am Meisten gebraucht wird ! 
Ich wünsche Dir von Herzen dass Du niemals diese Erfahrung im Leben machen musst ! 

Dienstag, 3. Juli 2018

Tage zählen

Soeben kam der Anruf meines Urologen.
Am 13.Juli geht es weiter !
Dann habe ich den Termin der Klinik zur Besprechung der weiteren Vorgehensweise. Dass die Blase raus muss weiß ich nun schon. Aber anhand des pathologischen Befundes wird dann eben noch besprochen ob und wie eine Ersatzblase möglich ist, ob eine Chemo notwendig ist...ach und halt all so ein Mistkram mit dem ich mich nie, nie, nie beschäftigen wollte. !

Das heißt mir bleiben noch 10 Tage zum Luftholen !

Und ich habe gerade nur einen festen Vorsatz:
10 Tage stark bleiben und Dinge tun die mir Spaß bringen.

Eis essen gehen, bummeln, ausschlafen, die Füße ins Meer stecken, mit Caro frühstücken, Abende mit dem Liebsten in der Sonne genießen....

Schöne Augenblicke für schwere Zeiten sammeln !!!

10 Tage die ich zu meinen Lieblingstagen machen werde !

Sonntag, 1. Juli 2018

Blogidee



Als ich diesen Blog eröffnete , dachte ich, eines Tages, nach der traurigen Durststrecke, werde ich wieder schöne Geschichten schreiben können.

Ich sitze gerade hier , schreibe einen Post und denke mir:

"Hey...eines Tages sitzt Du wieder hier, nach einer traurigen Durststrecke wirst Du wieder schöne Geschichten schreiben können."

Ich bin zurück....mit neuem Kampfgeist, stärker denn je !
Ich werde nicht zulassen dass der kleine Scheißer mich klein bekommt !


Solange ich atme - werde ich kämpfen !


Montag, 5. Februar 2018

Eigentlich geht´s mir doch gut

Jedenfalls habe ich relativ gute Tage hinter mir. Seit meinem letzten Eintrag habe ich


  • - einen Spieleabend mit der besten Freundin hinter mir
  • - meine Meinung gesagt
  • - Nein gesagt (trotz schlechtem Gewissen)
  • - heute Dank einem Facharzt erfahren das meine BWS nicht ganz so kaputt ist wie angenommen
  • - einen Kaffeeklatsch mit Freunden verbracht
  • - eine Whats App von meiner Kollegin bekommen...sie vermisst mich
  • - 2 Liter Krabben frisch vom Kutter gepuhlt und lecker vernascht
  • - einem Obdachlosen 2 Euro gespendet
  • - im Internet herum geblödelt und viel gelacht
  • - einen megageilen Fotojob angeboten bekommen
  • - ein neues Tattoo mit dem Liebsten ausgesucht
  • - eine Überweisung für Fango und Massage bekommen 
  • - viel mit meinen Fellnasen gekuschelt und gespielt
  • - ein Buch zuende gelesen



und zu guter letzt heute einen wunderschönen Spaziergang mit dem Liebsten gemacht. Bei klarer kalter Nordseeluft den Kopf ein bisschen freipusten lassen. Und sogar diesmal MIT Kamera und dem Glück ein paar schöne Fotomomente einfangen zu können.

EIGENTLICH geht es mir gut...wenn da nicht immer wieder die dunklen Momente wären.


  1. - die wo mir nichts Spaß macht 
  2. - die in denen ich traurig bin und nicht weiß warum
  3. - die in denen ich an mir zweifel
  4. - die an denen ich nicht mal mein Spiegelbild sehen mag
  5. - die in denen ich schier verzweifeln möchte
  6. - die in denen ich alleine sein möchte
  7. - die in denen mir einfach alles auf den Nerv geht
  8. - die in denen Menschen mir zuviel sind
  9. - die in denen ich manchmal schweigen muss und nicht sagen darf dass es mir gerade sche*** geht


- die in denen ich vorankommen möchte und doch auf der Stelle trete

Ja ...EIGENTLICH geht es mir gut....ABER....


Samstag, 27. Januar 2018

Eine gute Woche

Die restliche Woche verlief durchaus zufriedenstellend.
Ich konnte soweit alle Termine abarbeiten.

Donnerstag früh rief meine Physiotante an um promt den ersten Termin abzusagen. Umpf. Das war allerdings ein unschöner Punkt..also kaufe ich mir noch ein paar Wärmepflaster um meine Schmerzen zu lindern.
Kurz drauf rief die Psychologin zurück. Schon nächste Woche habe ich einen Termin bei ihr !
Was mich tatsächlich sehr freut. Denn in unserer Ecke ist es SEHR schwer schnell an Termine zu kommen ! Umso besser der Zustand dass es fast nahtlos weitergehen wird. Ihr Fragebogen zur Aufnahme erschlägt mich fast. 8 Seiten die ich ausfüllen muss. Vom kleinsten Detail bis zur Kindheit zurück.
Ich habe es lange verdrängt, nun kommen da plötzlich wieder Dinge hoch über die ich gar nimmer nachdenken wollte. Aber vielleicht ist es auch ganz gut einfach mal alles gründlich abzuarbeiten um wieder einen klaren Grund zu sehen.
Immerhin habe ich schon mal mit Ausfüllen angefangen 1/3 sind erledigt und ich danach auch. Und ich krabbel ohne groß darüber nachzudenken einfach nochmal 2 Stunden zu Bett. Na und...

Nachmittags habe ich es hinbekommen weiter zu "entrümpeln".
Sehr schön...wie ein Schritt weiter auf dem Weg zur Ordnung im Leben.

Freitag...Wochenendeinkauf. Ich treffe eine Bekannte der ich sehr lange Zeit aus dem Weg ging. Sie lud mich auf einen Kaffee ein und ich nahm an. So saßen wir eine Stunde und plauderten einfach mal über Gott und die Welt und es war tatsächlich irgendwie erholsam.

Dann fahre ich noch schnell in meiner Firma vorbei. Eigentlich erwartet man dass ich wieder zur Arbeit antrete. Alles was ich rausbekomme :"Das entscheidet mein Arzt" Ich will mich nicht erklären müssen und keine Fragen beantworten. Ich kaufe noch ein paar ungesunde Dinge und werde promt gefragt ob ich das überhaupt noch essen darf. Boah ey...geht mir doch nicht alle auf die Nerven ! Ja...darf ich und atmen darf ich sogar auch noch !! Manche Menschen sind so sensibel wie Elefanten im Porzellanladen. ich beschließe mich dort weiterhin erst mal nicht mehr blicken zu lassen ! 

Mittags kam ich heim, gönne mir noch einen Kaffee und lunger vor dem PC herum. Nun hat es die nächste in meinem Bekanntenkreis erwischt. Herzinfarkt. Nichtraucherin, immer gesund ernährt, Sport getrieben und gerade 51. Hallo ? Die Einschläge kommen immer näher.
Wir schreiben ein bisschen hin und her, und trotzdem lasse ich es nicht ZU sehr an mich ran. Muss selber erst einmal mit mir klar kommen lernen.

Gegen Spätnachmittag telefoniere ich mit meiner Schwägerin. Sie hat vor Kurzem ihren Mann (also meinen Schwager) an eine heimtückische Krankheit verloren. Wir standen als Familie bis zum letzten Moment an seinem Sterbebett. Hinterher haben wir uns gegenseitig Halt gegeben, Seitdem sind wir noch enger zusammen gewachsen und kämpfen gerade gegen den Rest der verlogenen Verwandtschaft. Wir tauschen uns lange aus und schaffen es dass wir uns lachend am Telefon verabschieden.

Gegend Abend kommen wieder die Worte meiner Psychologen der Tagesklinik in mir hoch.
"Machen Sie etwas für sich, tun Sie Dinge die IHNEN gut tun."
Also widme ich mich mal wieder meiner Festplatte und finde eine Menge schöner Fotos. Seit Wochen habe ich mein liebstes Hobby sträflich vernachlässigt. Ich beschließe mich selber zu motivieren, unterstützt von meinem Mann, habe ich mir nun auferlegt jeden Tag ein Foto auf meine Fotoseite zu posten. Kaum habe ich das erste Foto gepostet , erreichen mich viele positive Zuschriften. Das macht mir Mut und gibt mir eine bisschen neue Hoffnung das ich auf dem Weg zur Normalität bin. Dieses "Hochgefühl" hält eine Weile an. Ich schließe Facebook und gehe tatsächlich mal zufrieden zu Bett.

Heute morgen habe ich mich mit einer Kollegin zum Frühstück getroffen. Sie ist nicht nur Kollegin sondern auch beste Freundin. Sie stellt keine Fragen, sie fordert nichts von mir, ich darf einfach sein wie ich bin. Sie hat es ohne Murren hingenommen dass wir uns nun wochenlang nicht sahen. Und entgegen meiner sonstigen Angewohnheit mich möglichst schnell wieder zu verdrücken, sitze ich ganze fünf Stunden bei ihr die wie im Flug vergingen. Und fühle mich wohl wie schon länger nicht mehr.

Mit diesem guten Gefühl fahre ich heim, bringe meinem Schatz noch ein paar Brötchen mit, schnacke mit ihm und verbringe den Tag in einer recht angenehmen Stimmung. Poste ein weiteres Foto, schließe mich wieder einer Fotogruppe an, lackiere meine Nägel und färbe meine Haare neu. Es fühlt sich gut an...und ich bin voller Hoffnung dass diese guten Momente nun immer mehr werden. Ich weiß im Moment nie was der nächste Tag bringt, wie es mir geht. Ich weiß nicht einmal wie es in einer Stunde sein wird, aber die Hoffnung auf ein wieder normales Leben bleibt fest in mir verankert.

Depression ist keine Charakterschwäche 
und auch keine Art, 
wie jemand ist. 
Es ist auch keine Erziehungssache, 
es ist keine Verstimmung, 
keine Launigkeit, 
keine Zickigkeit, 
es ist kein ‚Nicht-wollen‘, 
kein ’sich verschließen‘, 
keine Trotzigkeit, 
es ist kein ‚ist mir doch egal‘, 
sondern es ist eine Krankheit. 
"Klaas Heufer Umlauf"


Mittwoch, 24. Januar 2018

Völlig neue Wege.

Seit 2 Tagen bin ich nun raus aus der Tagesklinik.
Weg mit all den Strukturen die mich die letzten 9 Wochen umgaben. Weg mit einem durchgeplanten Tagesplan. Weg mit morgens um 4:00 Uhr aufstehen, um 6:00 Uhr das Haus verlassen und um 18:00 Uhr wieder heimzukommen. Weg mit Zeit abwarten bis ich wieder zu Bett darf.
Nun ist es wieder "mein" Tag, mein Leben, meine Planung.
Irgendwie echt ungewohnt.

Und es türmen sich heute massig Aufgaben vor mir.
Krankenkasse, Physiotherapie, Termine ausmachen beim Psychologen.... usw.
Dementsprechend antriebslos bin ich also auch. Das Grau des Himmels steckt heute auch in mir fest.

Trotz arger Müdigkeit und heftigen Kopfschmerzen beginne ich den Tag mit einem starken Kaffee und mache mich fertig.
Mit "nur" einer Stunde später als ursprünglich geplant komme ich dann endlich aus dem Haus.
Ich habe Glück...meine Lieblingsphysiotante hat ein paar Termine für mich frei, gleich morgen geht es los. Nun geht es der Brustwirbelsäule an den Kragen..irgendwas ist halt immer.

Es geht es weiter zur Krankenkasse. Auch dort habe ich Glück. Eine sehr nette Mitarbeiterin beantragt gleich mal für mich eine Reisekostenerstattung für die letzten 9 Wochen.  Das ich nicht alle Fahrten zur Tagesklinik nachweisen kann interessiert sie nicht. Sie sagt anhand meines Laufzettels sieht sie ja dass ich vor Ort war und somit steht mir das Geld auch zu.
Auch ohne Fahrkarte oder Tankquittung. Sehr nett !
Meine Laune bessert sich trotz des blöden Wetters erheblich.
Noch schnell die Apotheke aufsuchen und dann bin ich auch schon durch mit meinen Außengängen.

Ich weiß das mein Mann noch schläft wenn ich heimkomme, da er Nachtdienst hatte. Somit wartet niemand auf mich und ich habe noch eine Menge Zeit. Ich soll mich mehr um mich kümmern, mehr Dinge tun, die mir Spaß bringen und meiner Seele gut tun. Und was liegt da nahe als Frau ?

Genau....Shoppen !!!

Zuerst suche ich die ansässige Drogerie auf. Nagellacke sind meine Leidenschaft. Ich tingel durch die Regale und finde tatsächlich noch ein paar kleine Nettigkeiten. Viel Geld hab ich nicht ausgegeben, aber meine Laune bessert sich nochmals ein klein wenig.

Danach besuche ich meinen Lieblings-Dampfer-Shop. Das Rauchen habe ich aus verständlichen Gründen von 50-60 Zigaretten am Tag, fast komplett an den Nagel gehängt ,nur meine geliebte Morgenzigarette zum Kaffee ist noch ein MUSS ! Ein kleines Wohlfühlritual für mich die ich ohne einem Funken schlechtes Gewissen auch genieße !
(ja Volker...schüttelt nun mit dem Kopf...ich kann es förmlich sehen !)
Ein kleiner Schnack mit dem Verkäufer und ich bin um einen Liquidgeschmack reicher.
Honey Crunch - Warum Cornflakes essen wenn man sie auch Dampfen kann. Schmeckt !

Und dann fällt mir ein dass die Fellnasen ja noch dringend Futter brauchen. Also noch eben rein bei Kaufhof. Und da kommt alles wieder zurück. Die Luft ist stickig, es ist unangenehm laut in der Bude und mir sind da zuviel Menschen. Ich bin genervt und meine gute Laune wie weggeblasen. So schnell kann das gehen. Nutzt aber nichts...die Tiere haben Hunger.
Also ab in die nächste Etage. Natürlich in der hintersten Ecke versteckt finde ich das Futter. Im Vorbeiflug nach draußen noch kurz die notwendigsten Dinge eingepackt und raus hier.
Draußen angekommen muss ich erst einmal durchatmen. Das war mir nun doch irgendwie zuviel. Alleine unter vielen Menschen ist  noch nicht mein Ding.

Ohne Umwege fahre ich heim, gönne mir einen Kaffee, und eine halbe Stunde Erholungsschlaf auf der Couch. Danach geht es mir wieder besser.
Mittags steht mir der Sinn nach selbstgemachter Pizza. Ach ja, war schon ganz nett 9 Wochen lang jeden Nachmittag das Mittagessen serviert zu bekommen...nun muss ich wieder selber kochen.
Ich suche mir ein Rezept für Öl-Quark Teig raus und lege los.
Sehr lecker...wenngleich auch definitiv nichts für die schlanke Linie. Ach was solls.

Dann fange ich an mit Entrümpeln. Bevor ich wieder auf die Arbeit gehe will ich zuerst hier daheim noch ein bisschen frischen Wind rein bringen. So wie ich mich emotional gerade von alten Dingen trenne, so soll es auch rund herum etwas leichter werden. Ehe ich mich versehe ist die halbe Mülltonne voll...und ich noch lange nicht fertig. Wahnsinn was man im Laufe der Jahre so ansammelt und was man eigentlich doch gar nicht wirklich braucht. Ich glaube da kommt noch eine spannende Zeit auf mich zu um hinterher wieder Platz für neue Dinge zu haben.

Innerlich sowie äußerlich.


Dienstag, 23. Januar 2018

Wege gehen

(Rückblick Nov 2017)

Tag 2 in der Tagesklinik.
Weniger scheu als noch am Vortag betrete ich die Tagesklinik. Von allen Seiten ertönt ein freundliches Moin.
Heute ist gleich nach dem Frühstück therapeutisches Wandern angesagt. Oh mein Gott. Ich und wandern ?
Nein - das passt gerade so gar nicht in meine Welt. Aber es nutzt nichts...da muss ich durch !
Kneifen geht nicht ! Mitmachen ausdrücklich erwünscht !
Wenn Du nicht gerade blutest oder etwas merkwürdig absteht, musst Du mit !

Also Jacke an und los. Bei ziemlich schmuddeligem Winterwetter geht es an den Deich. Die ganze Truppe. Deichspaziergänge waren vorher mein Leben. Egal ob bei Wind und Wetter oder Sonnenschein.
Doch diesmal kostet es mich Kraft. Viel Kraft.
Überwiegend schweigend geht jeder seine Wege. Ein paar kleine Grüppchen haben sich gebildet. Das sind die, die schon eine Weile da sind, die gefestigter sind, und schon wieder den Weg ins Leben zurück finden - stückweise. Während andere, so auch ich, schweigend entlang laufen und sich noch immer fragen, wie das überhaupt alles so weit kommen konnte.
Eigentlich fühlt sich gerade alles noch so falsch an, eigentlich gehört man hier doch noch gar nicht hin. Nicht in dem Alter und nicht mit solch einem Pillepalle. Aber das Leben hat manchmal seine eigenen Wege. Schicksale kommen und gehen, und die , die immer gelacht haben, alles auf die Seite schoben, haben sich vielleicht nur selber belogen.
Das Leben verlangt manchmal Dinge von uns für die wir einfach keine Kraft mehr haben wenn es einfach irgendwann mal ZUVIEL wird.

Zuviel wird mir dann auch irgendwann dieser Marsch. Ich merke wie die Panik mich wieder erfasst. Mein Herz pumpt und mein Puls rennt. Puls messen - das ist gerade so ein richtiger Tick von mir geworden. Manchmal 10 - 15 x hintereinander. Der Grund ist ein Herzinfarkt. Morgens um 6:10 Uhr...auf der Arbeit und mit nicht mal 40 Jahre auf dem Buckel.
Seitdem ist mein Leben endgültig aus dem Ruder gelaufen.
Ja ich bin ein bisschen selber schuld. Zuviel geraucht, manchmal zu wenig Bewegung und immer im Stress, niemals Nein sagend. Der Körper schlägt zurück...irgendwann...mit voller Wucht !

Jedenfalls messe ich meinen Puls...immer und immer wieder. Ich merke wie sich alles in mir zusammen zieht, der Druck auf der Brust wird stärker, meine Muskulatur verkrampft sich und meine Gedanken überschlagen sind. WAS wenn Du jetzt HIER umkippst ! Das geht doch nicht. ! Nicht hier !

Als der Teamleiter sagt dass es zum Bus zurück geht, geht auch mein Puls zurück, der Druck wird weniger, die Muskulatur fängt an sich langsam zu entspannen. Ja bloß weg hier bitte, und bitte wieder in die Nähe vom Klinikum, dort wo man mir im schlimmsten Fall sofort wieder helfen kann falls es mich nochmal umhaut.
Die ersten drei deftigen Panikattacken bekam ich in der Reha, sofort standen Ärzte bereit. Die vierte Panikattacke bekam ich daheim. Schon ein dummes Gefühl wenn man mit dem RTW weggefahren wird ! Seitdem habe ich Probleme mich irgendwo aufzuhalten wo eventuell niemand sein könnte der mir helfen kann falls es mich mal wieder erwischt.

Denken Sie da jetzt bitte nicht drüber nach - es lohnt nicht Gedankengänge von Panikgestörten verstehen zu wollen ! Die ticken anders ! Ganz anders ! Für gesunde Menschen manchmal nicht nachvollziehbar.

Wir sind zurück in der Tagesklinik. Der Puls ist wieder normal. Ich fühle mich wieder etwas freier. Trotzdem bin ich deprimiert. Diese Drecksgedanken machen mein Leben kaputt. Nehmen wir die Freude an Dingen die mir mal Spaß machten. Geben mir Angst. Ich mag keine Angst. Ich hasse Angst. Das bin doch nimmer ich selber. SO nicht. Und ich WILL es loswerden.
Jeden Dienstag ist nun Wandertag ! Jeden Dienstag diese Angst ? Wie soll das weiter gehen ?

Deshalb bin ich diesen Weg gegangen. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung hoffentlich ...ein kleiner Schritt der unglaublich viel Mut kostete...Tagesklinik. Ein Weg und Entschluss der nicht einfach war !